DIGITAL DEVELOPMENT ES SCHWIRRT IM KOPF

Es brodelt in der digitalen Welt. Neue Sprachen, neue Tools, neue Technologien...und das gefühlt täglich. Nur wer mithält, der gewinnt. Oder? Martin Hujer, ursprünglich Naturwissenschaftler und heute Digital Communication Manager bei CU2, beschreibt seinen persönlichen Weg der Umorientierung ins digitale Zeitalter.

Gleich zu Beginn, um Missverständnisse auszuräumen: In der Webentwicklung, ganz gleich ob als jahrelanger Profi oder als Grünspan, gilt ein eiserner Grundsatz: LEARNING NEVER STOPS!
Die Geschwindigkeit, in der sich dieser Bereich bewegt und weiterentwickelt stellt so manchen Neuankömmling vor große Herausforderungen bzw. wirkt sogar auf Alteingesessene oft überfordernd. Was genau braucht es um in dieser Branche zu bestehen? Muss man sich jetzt als angehender „Digital Developer“ einem konstanten Lerndiktat unterwerfen?

Als sich vor ca. 3 Jahren Martin Hujer, frischgebackener Geologe der Universität Wien, in den Kopf gesetzt hat, mal auf die „Schnelle“ programmieren zu lernen, ohne jedoch ein wirkliches Verständnis dafür zu haben, war das der im Menschen innewohnenden Faszination für das „Unbekannte“ geschuldet.
Soviel sei jetzt schon gesagt, der berufliche Umstieg ins digitale Geschäft ist absolut möglich, wenn man hierfür die eine wichtige Voraussetzung mitbringt: GEDULD!

Denn heute ist mittlerweile klar, auf „schnell, schnell“ geht in der Kunst des Programmierens gar nichts, denn das Einzige, was sich hier schnell entwickelt und verändert sind die Technologien selbst.

Der Schlüssel zum Erfolg hierbei ist persönliches, vor allem strukturiertes Lernen sowie eine nutzbringende persönliche Weiterentwicklung. Entscheidend sind das Setzen und das Visualisieren eines persönlichen Ziels sowie Identifizierung der erforderlichen Skills zur Erreichung des fokussierten Zieles. Gerade im Digital Development braucht es einen definierten Pfad, welcher am Anfang durch diesen unübersehbaren Dschungel an Programmiersprachen, Frameworks, Libraries und Lernangeboten führt. Hier gilt es sich zu entscheiden, denn die Auswahlmöglichkeiten sind groß.

Für Martin Hujer, als visueller Typ, war Webentwicklung mit dem Schwerpunkt „Frontend“ die richtige Wahl. Ein Bereich, welcher perfekt zum Portfolio der Team CU2 SustainAgency passt. HTML, CSS, Javascript...zuerst sollen die grundlegenden Technologien gut beherrscht werden, bevor man sich an Frameworks wie Bootstrap oder React.js hermacht, leider ein Fehler, den viele Anfänger machen. Wichtig hierbei ist, keinen unbedingten Zwang und übermäßigen Druck im Lernprozess entstehen zu lassen, obwohl: ohne eine gewisse Disziplin geht es natürlich nicht.

Die Krux mit der Motivation

Persönliche Motivation oder die Fähigkeit sich immer wieder motivieren zu können sind eine weitere Grundvoraussetzung. Die Webentwicklung liefert hierfür mehr als genug Material, poppen doch praktisch jedes Jahr neue Tools, Technologien, Programmiersprachen oder Frameworks auf, wobei es jedoch praktisch unmöglich ist, all diese neuen Anwendungen zu erlernen.

Daher wird im „Digital Development“ oft vieles erst erlernt, wenn man es wirklich braucht, „learning by doing“ sozusagen. Der Beruf des Webentwicklers setzt also auch die Bereitschaft zum sog. „Lebenslangen Lernen“ voraus.
Eine unmittelbare, praktische Anwendbarkeit des Erlernten ist hierbei von großer Bedeutung, um Fortschritte klar sichtbar zu machen und die Motivation nicht versiegen zu lassen. Mit Misserfolgen oder Fehlschlägen umgehen zu können/lernen ist ebenso eine wichtige Grundvoraussetzung, ganz besonders wenn man anfängt wirklich Code zu schreiben.

Absolut empfehlenswert ist es, die Anzahl der Tutorials bzw. der Projekte am Anfang so klein wie möglich zu halten, also die in Developer-Kreisen wohlbekannte „Tutorial-Hell“ zu vermeiden. Denn im Digital Development bewahrheitet sich folgender Grundsatz: „Es ist besser eine Sache sehr gut zu können als viele nur mittelmäßig“ voll und ganz.

Eigentlich doch ganz einfach

Fakt ist, niemals war etwas Neues zu lernen so einfach wie im heutigen digitalen Zeitalter, in dem Wissen per Mausklick erworben werden kann, z.B.: durch eine Vielzahl an Online-Kursen, wodurch der Zugang zu (Weiter-)Bildung und dem Erlernen spezifischer Fähigkeiten fast barrierelos erscheint.

Digitalisierung und demografischer Wandel einhergehend mit der Globalisierung führen zu immer weitreichenderen Änderungen des Arbeitsmarktes, auf welche jeder mehr oder weniger gezwungen ist, zu reagieren. Jedoch, mit etwas Disziplin, Motivation durch erreichbare Ziele, die für persönliche Erfolgserlebnisse sorgen, hat jede/r die Chance neue, spannende (berufliche) Wege zu gehen und für sich noch ungeahnte Türen zu öffnen.

Martin Hujer
Online Communication Manager