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WELCHE GRAFIKFORM IST IMMER DA, ABER FÜR DIE MEISTEN UNSICHTBAR?

Richtig! Die Rede ist von der Editorial-Grafik. Sie stellt die Grundlage der grafischen Gestaltung sämtlicher Printprodukte dar. Und doch erhält sie erstaunlich wenig Applaus.

Was steckt nun tatsächlich hinter der gefühlten „Alltäglichkeit“, genannt Editorial-Grafik, die stets dafür sorgt, dass unsere Bücher, Zeitschriften, Broschüren udgl., logisch strukturiert, optisch ansprechend und vor allem einfach lesbar sind?
Nun, als erfahrene Grafik-Designerin in diesem Bereich, möchte ich behaupten: um vieles mehr als allgemein vermutet. Es beginnt bereits bei der richtigen Auswahl und dem kreativen Einsatz der Typo, die auf Inhalt, Grunddesign, Look& Feel und Image des Printprodukts perfekt abgestimmt sein muss. Ein geschultes Auge für Größenverhältnisse ebenso gefragt, wie ein Gespür und Verständnis für Proportionen schlechthin. Weiter geht es mit der Verwendung einer aufmerksamkeitsstarken Bildwelt, die einen großen Kommunikationswert hat, um das Interesse der LeserInnen schon mit dem ersten Blick zu wecken.
Und zu guter Letzt ist auch die Art und Stärke des Papiers höchst relevant, zumal davon natürlich das Gewicht und die Dicke der Publikation abhängig sind.

Wie alles begann …

Begonnen hat es mit Herrn Gutenberg, würden manche sagen, der mit beweglichen Metalllettern den Buchdruck erfand – damals um das Wort der Bibel unter das Volk zu bringen.
Vom langsamen, beschwerlich-aufwendigen Druckverfahren á la Gutenberg bis zu modernen Druckverfahren für die Massenproduktion von Büchern und allen anderen Printmedien, hat sich die Print-Welt tiefgreifend verändert. Die Geschwindigkeit der digitalisierten Produktion wäre sogar vor 30 oder 40 Jahren kaum denkbar gewesen und so hat sich dieser Aufwand quasi minimiert.
Der Gestaltungsaufwand und Anspruch an das Design & die Gesamtoptik von Printmedien werden dagegen zunehmend größer, um mit der rasant steigenden Nutzung von digitalen Medien ansatzweise Schritt zu halten. Oder besser: diesen Paroli zu bieten.

…& wie es weiter geht

Die ursprünglichen Kernaufgaben der Editorial-Grafik, wie z.B.: optimale Lesbarkeit, klare Text-/Bildstruktur, optische Konsistenz etc. sind zwar nach wie vor großer Bedeutung, aber schon seit langem nicht mehr unbedingt das oberstes Gebot. Obwohl Print dieser Tage wieder einen gewissen, schicken „Retro-Nimbus“ genießt und damit auch wieder irgendwie „cool“ ist, sank die Zahl der LeserInnenschaft insgesamt während der letzten 15 Jahre dramatisch. Mehr denn je gilt es also innerhalb der Print-LeserInnenschaft die Zielgruppen zu definieren und ihrem Stilempfinden und ihren Design-Erwartungen zu entsprechen. Gleichzeitig muss die kreative Gestaltung in eindeutigem Gleichklang zu den Inhalten stehen, sowie selbigen rasch erfassbar „anteasern“. Was außerdem aktuell eine zunehmend an Bedeutung gewinnt, ist die Haptik des Papieres bzw. die Qualität des Druckmaterials und nachhaltige Druckverfahren.

Der Trend ist also sichtbar

Als verantwortliche Grafiker-Designerin für editoriale Gestaltung im Team CU2, das seit vielen Jahren die Printmedien für namhafte KundInnen gestaltet, habe ich beobachtet, dass seit mehreren Jahren neue Print-Trends herauskristallisieren:
1. Muss ein professionelles, editoriales Grafikdesign die Grundidee und das Überthema des jeweiligen Printmediums punktgenau kommunizieren können. 2. Zeichnet sich immer mehr ab, dass je bunter, ungewöhnlicher, moderner, kreativer, frecher und unterscheidbarer die Gesamtoptik bei Printmedien ist, desto höher sind die Chancen als „interessant und lesenswertes“ bewertet zu werden und damit ggf. auch den Kaufpreis wert zu sein.

Ich persönlich habe überdies viel Freude an der engen und zeitweise intensiven Zusammenarbeit mit Redaktion und AutorInnen, da ich mit vielen unterschiedlichen Themen in Berührung komme, was mir sehr entspricht. Und außerdem: ich bin retro, ich mag Print.

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