DIE KUNST DES TEAMWORKS Transparente Kommunikation als Voraussetzung

Teamfähigkeit ist heutzutage eine geforderte Schlüsselkompetenz, die in Unternehmen mittlerweile als selbstverständlich gilt. Doch hinter einer vermeintlichen Banalität steckt ein Konstrukt komplexer Kommunikations-, und Interaktionsebenen, die schlussendlich über Erfolg oder Misserfolg entscheiden.

Let’s talk!

„Kommunikation erfordert mehr Vorstellungskraft, als sich viele Leute vorstellen oder in Wirklichkeit haben.“
(Cyril Northcode Parkinson)

Ein Team zu bilden ist an sich leicht. Man nehme eins plus eins, oder mehr, füge ein gemeinsames Ziel hinzu, würze es mit Arbeitsaufgaben und koche es so lange, bis es eben fertig ist. Nicht wahr!? Doch ganz so einfach scheint es dann eben doch nicht zu sein, wie die Praxis oft zeigt. Aber welche Zutat ist es nun, die ein Team erfolgreich performen lässt?

Empathische Kommunikation als Fundament für gute Teamarbeit

Eine entscheidende Rolle in jeder erfolgreichen Kommunikation spielt nach Marshall B. Rosenberg vor allem eines: Empathie. Denn nur im ehrlichen, beidseitigen Austausch ist erfolgreiches Kommunizieren möglich. Außerdem erkannten bereits die Sozialpsychologen Joseph Luft und Harry Ingham: „Ich bin viele“. Wenn wir reden und zuhören, sprechen und lauschen gleichzeitig mehr als nur ein Anteil in uns. Wir alle bestehen nicht nur aus öffentlichen Anteilen, sondern auch „blinden Flecken“, unbekannten und unbewussten Anteilen sowie unseren Geheimnissen. Eine wichtige Selbsterkenntnis! Wie setzt man also komplexe gruppendynamische Prozesse effektiv ein? Dabei hilft das „Themenzentrierte Interaktions-Dreieck“ von Ruth Cohn. Sie erforschte jahrelang die Kommunikation und die Vorgänge innerhalb eines Teams und fand heraus, dass zwischenmenschliche Kommunikation innerhalb einer Gruppe, unterschiedlich stark ausgeprägt, immer auf drei verschiedenen Ebenen stattfindet:

1. Die Sachebene
Diese Ebene hat ein gemeinsames Ziel als Nenner und behandelt inhaltliche Aufgaben. Sie ist primär die wichtigste Ebene, da sie schließlich zur Erörterung einer Frage, zum Bearbeiten eines Themas und schlussendlich der Lösung einer Arbeitsaufgabe dient.

2. Die Ich-Ebene
Während die Sachaufgabe, beziehungsweise das übergeordnete Ziel, für alle Teammitglieder gleich ist, kommt jeder auch mit seiner ganz eigenen Persönlichkeit, seinen Stimmungen, Prägungen, Werten und Themen ins Team. Sie nehmen, manchmal auf eine subtile Art und Weise, sehr großen Einfluss auf die Gruppendynamik und schlussendlich auch auf die Arbeitseffizienz – sowohl positiv, als auch negativ. Denn wenn es auf der Beziehungsebene zwischen Teammitgliedern unausgesprochene Konflikte gibt, funktioniert die Kommunikation auf der Sachebene meist auch nichtmehr friktionsfrei, da alles Gesprochene und auf der Sachebene Vorgeschlagene oftmals missinterpretiert wird.

3. Die Wir-Ebene
Auf dieser Ebene entstehen sowohl Sympathien als auch Konflikte.
Werden dann zum Beispiel Spannungen zwischen zwei Teammitgliedern erkannt und gemäß gängiger Feedbackregeln transparent gemacht, können diese tendenziell auch zielführend ausgeräumt werden. Bleiben sie hingegen zu lange verdeckt oder unbearbeitet, können sie die Arbeit eines gesamten Teams blockieren.

Ich seh, ich seh, was du nicht siehst!

Kommunikationsmodelle gibt es an sich natürlich reichlich.
Doch Tatsache ist, dass die Sachebene schlussendlich nur 10 bis 20 Prozent ausmacht. Der Rest der Kommunikation geschieht innerhalb der Beziehungsebene. Das kann manchmal insofern herausfordernd sein, als dass uns vieles, das so in uns verborgen ist und uns eventuell zu einem gewissen Verhalten veranlasst, gar nicht bewusst ist.

Konrad Lorenz fand für das Dilemma der Kommunikation folgende Worte:

„Gedacht ist nicht gesagt, gesagt ist nicht gehört, gehört ist nicht verstanden, verstanden ist nicht gewollt, gewollt ist nicht gekonnt, gekonnt und gewollt ist nicht getan und getan ist nicht beibehalten.“

FAZIT
Gutes Teamwork ist also auch ein kleines Stück weit Arbeit. Jeder mit sich und gleichzeitig mit allen anderen. Das erfordert Kompetenzen wie Geduld, Offenheit, Ehrlichkeit, Kompromiss-, sowie Reflektionsbereitschaft und eine große Portion Herzlichkeit. Doch schlussendlich ist alles auch immer ein klein wenig ein „Trial & Error“ Prozess. Man wächst und lernt im stetigen Tun.
Doch hat man es einmal geschafft, dass ein Team geschlossen handelt, ist der Lohn dafür eine Atmosphäre von Anerkennung, Akzeptanz und Wertschätzung. Die Teammitglieder arbeiten erfolgreich zusammen, selbst wenn es zu arbeits-, oder personaltechnischen Veränderungen kommt.

Verena Schmölz,
Client Service

Quellen:
https://karrierebibel.de/kommunikationsmodelle
https://de.wikipedia.org/wiki/Ruth_Cohn
https://de.wikipedia.org/wiki/Johari-Fenster
https://www.puhani.com/index.php/2018/06/03/das-dilemma-der-kommunikation-nach-konrad-lorenz
https://de.wikipedia.org/wiki/Marshall_B._Rosenberg
https://de.wikipedia.org/wiki/Cyril_Northcote_Parkinson